Mission
REHA in Kiev unter der Leitung A. Petrutschhenko
Entscheide dich glücklich zu sein! Es gäbe kein Glück, wenn das Unglück nicht wäre Unser Ziel ist Menschen zu Nachfolger Jesu machen Ferdinand Witt Andrej Petrutschenko
Zeugnis
Taufe in Kiev 2014 Jahr Reha in Kiev 2013
Ukraine
Reise nach Ukraine
Sommer 2013
Taufe in Ternopol Blitzreise nach Ternopol Ein übernatürlich helles Licht hat mich geblendet Ich träume von der Arbeit unter Krebskranken
Krasne
Ostern 2012. Пасхальные служения Über Gemeinde Winterreise 2010 Einweihung Bericht über Sommerlager in Malewo 2009
Obninsk
Reise nach Obninsk Internatkinder Bericht von Kristina R. Arbeit mit Waisen
Mission von Freunden
Ich war glücklich in Malewo Arbeit unter Verlorenen Arbeit mit Obdachlosen-
kindern in Moskau
 
 
Abenteuer gefällig? Na klar. Reise nach Obninsk 06.06 - 12.06.09

"Viele Menschen meinen, Glauben bedeute, keine Risiken einzugehen. Aber die Wahrheit ist: Je länger einer mit Gott lebt desto größer wird das Risiko".

Tommy Barnett

Wir sind das Risiko eingegangen, indem wir uns auf ein bis dahin unbekannten Ort, unbekannte Menschen, ohne blassen Schlimmer was für Aufgaben da auf uns warten plus 12 kg Übergewicht am Gepäck.

Wir, dass sind Viktor Lamparter, Rita Lamparter, Julia Brose und ich, sowie Natascha aus Ukraine und Jura (21 Jahre) ehem. Weisekind, aus Russland.
Oder wie Viktor sich ausdrückte: „…eine Starke Gruppe…“
Das nenne ich doch einen Optimisten und Motivator. Weil er wusste, den wichtigsten Teilnehmer und Führer war auf unserer Seite, nämlich: GOTT. Unser Ziel war Obninsk und ca. 3 Stunden von Obninsk ein kleiner Ort mit einem Internat indem Waisen und Halbwaisen Kinder wohnen. Unser Treffpunkt war der Moskauer Flughafen. Wir hatten eine wunderbare Zeit mit viel neuen Erfahrungen und Eindrücke. Wunderbar fing auch alles an…

Unser Abenteuer fing schon mit dem Besorgen der Tickets an. Zuerst hatten wir die Chance ein günstiges Ticket zu ergattern aber wie immer es auch dazu kam, es galt nicht für uns. Mit dem Visum lief es noch besser. Da mein neu beantragter Reisepass noch nicht kam, musste ich das Visum später beantragen. Das tat ich auch, mit Frohsinn und Zuversicht, Gott an meiner Seite (ich bat ihn nämlich darum) begab ich mich in s Reisebüro. In der Zuversicht alles ist gut gegangen ahnte ich nicht, das auf mich eine große Überraschung wartet. Und warum?
Weil ich Julia so vorgeschwärmt und do voller Freimut erzählt habe, dass wir einen abenteuerlichen Gott haben. Eine Woche vor der Abreise wurde ich langsam unruhig, da ich im Gegensatz zu den anderen immer noch keinen Reisepass und Visum hatte. Vier Tage vor der Abreise rief ich dann endlich an und erfuhr: Das Visum trug ein anderes Datum nämlich 06.07. und nicht 06.06. Habe ich schon erwähnt, dass Gott Humor hat? Oder Überrachen mag? Zumindest in meinem Leben. Also ich hatte Gott in dieser Hinsicht ganz schön unterschätzt. Aber lustig fand ich es in diesem Moment leider nicht. Erst recht nicht, die dahinter versteckte Lektion, die nur mir galt.

In dieser Zeit bzw. an diesem Abend beteten für mich völlig fremde Geschwister, dies erfuhr ich erst viel später und auch so nebenbei. Das Visum kam auch dann noch rechtzeitig, kurz vor der Abreise. Der Beweis: Gott hat alles unter Kontrolle und kommt nie zu spät.

Spannend ging es dann am Flughaffen weiter: Der Flug über Zürich von Stuttgart nach Moskau wurde gestrichen, schlechtes Wetter. In diesem Moment dachte ich: Bin gespannt wie es jetzt weiter geht. Ich wäre sogar bereit am Flughafen zu übernachten, wenn es sein müsste, jetzt komme ich langsam auf den Geschmack, mit Gott Abenteuer zu erleben. Aber Gott hatte auch hier eine Überraschung für uns bereit: Wir durften mit der Lufthansa fliegen. Luxus zum kleinen Preis. Es war einmalig und unvergesslich. Von München nach Moskau!

Doch vorher mussten wir noch unsere Koffer und Taschen versorgen, einchecken. Das ging allerdings nicht so leicht. Denn wir hatten 12 kg Übergewicht. Wer Omas selbstgebackene Kekse schon mal probiert hat, weiß, dass man solche Köstlichkeiten unbedingt mitnehmen muss. Und diese hier waren ja auch für die Kinder gedacht. Wir hatten nur nicht mit soviel Gewicht gerechnet.

Also ging es mit Bitten und Flehen im Gebet zum Schalter, wo uns schon freundlicher, türkischer Angestellter erwartete. Und der Mann beherrschte sein Werk gut, er stellte tatsächlich fest, dass wir zuviel an Gepäck hatten. Was nun mit dem Gebäck im Gepäck? Nun, wenn Gott es will, dass das Gebäck an die Kindern ankommt, dann wird das auch passieren und er sieht ja auch unsere Herzen und kann sie lenken. Und die Kekse gingen durch. Unser Flug war spannend, aufregend, interessant und vor allem bewegten uns die Fragen:

• Wer empfängt uns?
• Ist die Natascha auch schon da?
• Und wo treffen wir den Jura?

Aber vieles löste sich nacheinander auf. Begrüßt wurden wir vom Direktor des Internats persönlich, er hat sehr lange mit seinem Chauffeur auf uns gewartet, sowie auch die Natalia. Nach mehreren Stunden Fahrt, kamen wir schließlich in dem Internat an. Beeindruckendes Gebäude. Sehr groß, mit vielen Räumen und vor allem, haben die Kinder viele Freizeitmöglichkeiten, da gab es Turnhalle, Computerräume, Tischtennis & Billard, Schwimmbad und Fitnessraum und es findet regelmäßig Turniere in Volleyball, Fuß- und Basketball sowie Schwimmen, Boxen statt.

Unser „Revier“ bestand aus einem Wohnzimmer, Küche, vier kleine Schlafzimmer und WC und Bad. Kochen durften wir selber, ganz ohne Herd, denn er wollte nicht funktionieren. Man staune auf was für Ideen man kommen kann, zu kochen ohne zu kochen. Kurze gesagt, wir haben es besser getroffen, als erwartet, für russ. Verhältnisse und dem Preis.

Nachdem wir herzlich vom Direktor und seine Frau begrüßt wurden, stellte man uns die Kinder und den Kindern vor. Die Kinder und Jugendliche, alle zwischen 7 – 18 Jahren, leben in so genannten Familien. Die Gruppen sind so gemischt, wie es in normalen Familien auch ist. Mit dem Ziel zu mehr Eigenständigkeit und Verantwortungsbewusstsein, mit Hilfe der Erzieherinnen, die da mitwohnen. Jedes Familiemitglied hatte Aufgaben und somit konnten wir den Tagesablauf nicht bestimmen. Wir mussten zusehen, wie wir Zeit mit ihnen verbringen können ohne sie von ihrem geplanten/verplanten Tag abzubringen. Den Kontakt zu den Kindern war einfach herzustellen, da es auch wenige waren (ca. 4 – 5). Schwieriger ging es mit den Jugendlichen so ab 14/15 – 18 Jährigen, die unheimlich so cool sich vorkamen, und meinten sie bräuchten uns nicht. Also die Distanz war deutlich zu spüren. Nun wie fangen wir nur an? Der einzige Weg, wie es später raus kam, war der Sport. Es dauerte nicht lange, so entstanden zwei Mannschaften. Wir und die Coolen Jungs. Als wir in Führung gingen, wir spielten Volleyball, entbrannte in ihn der Ergeiz und so spielten wir jeden Abend von 19 - 22 Uhr Volleyball. Und auf diese Weise lernten wir einander besser kennen. Das Wort Gottes nahe zu bringen, wie wir es vorhatten, erwies sich hier als eine Kunst. Somit mussten wir Gelegenheiten wahrnehmen und nutzen. Meistens ging es nur mit und durch das Singen. Das taten die kleinen so gerne, aber auch mehr und mehr die Großen, die würden es aber nicht zugeben. Eine wunderbare Erfahrung machten wir, als wir am Ufer des Flusses Lieder sangen und uns ganz fremde Jungs und Teils auch vom Internat alle Lieder zugehört hatten auch die Geschichte, die Viktor erzählt hatte, ohne sie vorher zu informiere und sie haben zugehört.

Was am Anfang so Perfekt schien, bekam langsam Risse, wenn man den Kindern zuhörte. Viele plagten Ängste, Alpträume, Hass, Mangel an Liebe und Anerkennung. Man gibt ihnen die Möglichkeiten sich zu beschäftigen, aber niemand interessiert es, ob sie es gut machen oder ob sie es überhaupt können. Ich machte die Beobachtung wie der eine oder andere Junge, meistens waren es Jungs, vor meinem Auge einen Salto vorwärts und einen Salto rückwärts und schaut immer wieder rüber, ob ich es überhaupt bemerkt habe. Dann reichte es ihm, wenn ich entweder es mit einem Lächeln registriert habe oder geklatscht oder ein Lob gesagt habe, erstrahlte wie ein Streuselkuchen, Und so beschreiben es auch die anderen. Es tat ihnen gut auch mal umarmt zu werden, auch wenn sie es steif hingenommen haben. Zum Schluss haben viele gesagt, wir sollen doch wieder kommen und es wäre lustig mit uns und schöner die Gruppen kamen untereinander selten zurecht. Ihnen hatte es gefallen das Stockbrot und Lagerfeuer, zu singen und zu Reden. Viele haben erstaunliche Gabe, die darauf warten, entfaltet zu werden. Und ich lernte hier neue Definition von Freundlichkeit. Meine Erfahrungen waren bisher nicht gerade motivierend oder erfolgreich. Ich hatte das Gefühl, wir Menschen in Deutschland wären/sind immun, ich muss gestehen ich bin kein Weltmeister im Freundlichkeit. Aber oft wird es gedeutet als Zeichen der Verliebtheit, viele fühlen sogar Unbehagen. Ich brachte mal einem Arzt einen Stuhl, weil er keinen hatte (so wurde es ja einem beigebracht in der Erziehung) aber der fühlte sich so nahe getreten, so dass ich gedacht habe, von dem musst du dich etwas Abstand halten. Vielleicht liegt es auch, weil wir es viel zu gut haben. Wir brauchen niemanden, wir schaffen alles alleine. Und wenn man uns hilft so wird es als eine Schwäche gesehen. Aber diese Kinder bräuchten fast nichts anderes. Zum Schluss tauten viele so richtig auf. Sie stürmten so regelrecht unser Revier.

Während der Zeit, als wir dort waren konnte ich den Spruch/Vers in Jakobus 1, 27 nichts anfangen. So bat ich Gott um Verständnis, mir fehlte das Herzstück dieses Verses. Da ich die Ehre hatte mit den Jüngeren zu basteln, hatte ich zwei fleißige Mädchen. Darunter eine mit schwarzen Augen. Dascha hieß sie. Und wie die Kinder sind, deren Herzen sind besonders schnell zu gewinnen, wehe aber wenn der Abschied kommt…

Und so kam es auch als wir uns verabschiedeten, kam ich auch an diesen dunklen Augen nicht vorbei, oh weh, was für eine Traurigkeit, innere Leere und Trostlosigkeit verbunden mit Schmerz lag in diesen Augen, sodass ich hier mit Tränen kämpfte. Und dann begriff ich es, was Jakobus meinte; „…die Waisen und Witwen in ihrer Traurigkeit besuchen…“.

Ich bin froh und Gott dankbar im Nachhinein, diese Reise gemacht zu haben. Wir haben viel erlebt, gespürt, vor allem die vielen Gebete und viel Leid, Not, Kummer und das Wirken der Dunklen Mächte gesehen und gehört.

Wenn man mit Gott etwas unternimmt, sei es eine Reise oder was alltägliches, vor allem, wenn er uns aus dem Alltag herausnehmen möchte ins Unbekannte (für uns) so müssen wir uns gut anschnallen. Aber er tut es nur, wenn wir es wollen.

"Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, müssen alle Dinge zum Besten dienen…"
Römer 8, 28

In diesem Sinne
Kristina Rotfuss 06-12.06.2009

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